Wildkräuter Suppe – Ein knallgrüner Genuss

Bild zeigt: Wildkräuter Suppe – Knallgrüner Genuss

Wildkräuter – Früher sagte man dazu Unkraut. Doch seit geraumer Zeit verstehen wir immer mehr, wie gesund essbare Wildkräuter sein können. Das meiste, was im Garten, am Wegesrand, in der Wiese oder im Wald wächst kann gegessen werden. In Deutschland gibt es über 1500 essbare Wildkräuter, die uns die Natur im wahrsten Sinne des Wortes „vor die Füße“ wirft. Wildkräuter punkten nicht immer mit ihrem Aroma wie Rosmarin oder der Thymian, sondern durch ihren Gehalt an Nähr- und Vitalstoffen sowie ihrer Vielfalt. Probieren Sie es aus und verbinden Sie Ihren nächsten Spaziergang mit einer spannenden Delikatessenjagd!

Was sind Wildkräuter?

Mit dem Begriff Wildkräutern sind speziell die Pflanzenarten gemeint, die nicht von uns Menschen kultiviert werden und die nicht durch Züchtung verändert wurden. Sie sind krautige Pflanzen die nicht verholzen und noch das gesamte Spektrum an Vitalstoffen einer ursprünglichen und kraftvollen Wildpflanze enthalten. Sie können einjährig sein, treiben aber meist im Frühjahr erneut aus, blühen, entwickeln Samen und ziehen sich wenn es kalt wird, wieder ins Erdreich zurück. Manche Wildkräuter sind allerdings auch im Winter unter der Schneedecke zu finden oder wachsen in milden Regionen sogar in der kalten Jahreszeit weiter. Zum Beispiel die Vogelmiere, das Gänseblümchen, der Löwenzahn oder die Brennnessel.

Grundregeln bei Wildkräutern sammeln

Die oberste Regel: Nur Pflanzen ernten, die man wirklich kennt! Beim sicheren Bestimmen der Pflanzen hilft ein Bestimmungsbuch bzw. eine Wildpflanzen-App für Smartphone oder besser noch ein Mensch, der sich gut auskennt. Essbare Wildkräuter für Anfänger sind beispielsweise der Löwenzahn, die Brennnessel, der Giersch, die Schafgarbe oder das Gänseblümchen. Schon mit diesen Pflanzen lässt sich der Speiseplan vielfältig bereichern. Auch mit den Blättern und Früchten bekannter Bäume wie der Ahorn, die Linde oder Birke kann man ungewöhnliche Gerichte zaubern oder verfeinern.

Das Kennenlernen und bestimmen der Pflanzen braucht Zeit und es müssen nicht immer zig verschiedene essbare wilde Kräuter sein. Auch einzelne davon wirken sich positiv auf unsere Ernährung aus und bieten viele Verwendungsmöglichkeiten.

Weitere Tipps: Nur die Pflanzen bzw. Pflanzenteile ernten, die wirklich genutzt werden und höchstens ein Drittel des Vorkommens in einem Bereich. Nicht in der Nähe stark befahrener Straße ernten. Keine Kräuter am Rand konventionell bewirtschafteter Felder sammeln. Immer nur gesunde und saubere Pflanzen pflücken. Normalerweise nur die oberen Triebspitzen und die jüngeren Blätter, da diese noch zart sind und weniger Bitterstoffe enthalten. Blüten und Blätter am besten Vormittag oder um die Mittagszeit ernten. Wurzeln am frühen Morgen oder am Abend ernten und auch nur vor oder nach der Vegetationsperiode der jeweiligen Pflanze. Die Kräuter am besten in einem Korb oder Sieb sammeln. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln von Wildkräutern verboten!

Von der Wiese in die Küche

Wildkräuter können unseren Speiseplan auf wunderbare Weise bereichern. Sie stecken nicht nur bis zum Blattrand voll mit guten wertvollen Inhaltsstoffen, sondern bringen auch noch ganz besondere Aromen in die Küche. Der Geschmack reicht von bitter über nussig bis süß.

Heimische Wildkräuter verleihen vielen Rezepten das besondere Etwas und nicht nur als Zutat für Salate. Viele Pflanzen aus unserer Natur sind eine hervorragende Alternative zu Gemüse und Kräuter aus dem Supermarkt und lassen beispielsweise folgende Speisen zaubern: Wildkräuter Suppe – Knallgrüner Genuss, Eintöpfe aus verschiedenen Wildpflanzen, Spinat, Pesto, grüne Smoothies, essbare Blüten als Deko. Viele Wildkräuter kann man auch auf Vorrat konservieren, zum Beispiel getrocknet, als Kräuteröl oder Kräuteressig, als aromatische Zugabe für haltbare Gemüsebrühe und Gemüsewürzpastete oder Wildkräutersalz.

Können wilde Kräuter roh und ungewaschen gegessen werden? Bei diesem Thema stellt sich immer die Frage nach Parasiten und dem Fuchsbandwurm. Nach Aussage namhafter Ärzte und Wissenschaftler ist dieses Risiko sehr gering und die Sorge unbegründet. Dies soll heißen, es kommt sehr sehr selten vor, dass sich von Wildkräutern jemand einen Fuchsbandwurm oder andere Parasiten einfängt. Dennoch ist zu empfehlen und auf Nummer sicher zu gehen, die frisch gesammelten Kräuter gut zu waschen. Wenn ich jedoch unterwegs bin um Wildkräuter zu sammeln, esse ich manches Pflänzchen auch mal so – aber nicht regelmäßig.

Fazit: Wildkräuter – absolutes Superfood! Sie sind fast überall und das ganze Jahr verfügbar, kosten nichts, sind extrem gesund und lassen sich vielseitig in der Küche einsetzen. Man sagt auch: Jeden Tag eine Hand voll wilde Kräuter ist eine gesunde Ergänzung in unserem Alltag und für unsere Gesundheit ein großes Plus. Vor allem zur Deckung des Nährstoffbedarfs, für die Entgiftung unseres Körpers und die Darmgesundheit.

Bild zeigt: Wildkräuter Suppe – Knallgrüner Genuss

Zutaten für die Wildkräuter Suppe (4 Personen):

2 bis 3 Handvoll Wildkräuter (Brennnessel, Bärlauch, Gundelrebe, Scharfgarbe, Giersch, Löwenzahn, Gänseblümchen, Sauerampfer,…) 5 mittelgroße Kartoffeln geschält und gewürfelt, 1 Zwiebel geschält und fein gewürfelt, halbe Stange Porree geputzt, gewaschen und in Ringe geschnitten, 1,3 l Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer, Muskatnuss,

Garnitur: Gänseblümchen, halbes gekochtes Ei, geröstete Weißbrotwürfel

Zubereitung: Die Zwiebel und den Porree in ganz wenig Wasser 4 Minuten andünsten. Mit der Gemüsebrühe ablöschen und die Kartoffeln dazugeben. Alles 8 Minuten köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Wildkräuter waschen und grob schneiden. Die Kräuter in die Suppe geben, 4 Minuten weiter köcheln lassen und mit den Gewürzen abschmecken. Vom Herd nehmen und mit dem Stabmixer die Wildkräuter Suppe pürieren.

Mit Gänseblümchen, Ei und gerösteten Brotwürfeln garnieren. Mahlzeit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.