Feijoada brasileira – Schwarze-Bohnen Eintopf

Bild zeigt: Feijoada brasileira – Schwarze-Bohnen Eintopf

Lecker, gesund und einfach: Das Gericht Feijoada brasileira – Schwarze-Bohnen Eintopf punktet mit seinen Hülsenfrüchten und vielen Geschmacksreizen. Tauchen Sie ein in die brasilianische Küche und kochen doch mal diesen Eintopf mit schwarzen Bohnen.

Historie der Feijoada brasileira:

Wer hat die erste Feijoada gekocht? Wann wurde erstmals das Nationalgericht Brasiliens zubereitet? An dieser Frage scheiden sich auch heute noch die Geister.

Ein Mythos führt auf die Sklavenzeit des Landes zurück. Es besagt dass die brasilianische Feijoada ursprünglich ein Arme-Leute-Essen vor allem der damaligen Sklaven gewesen sei. Die Herrschaften behielten sich die besten Stücke und die minderwertigen wie beispielsweise Ohren, Rüssel, Schwänze und Füße vom Schwein verteilten sie in den Sklavenhütten. Diese hätten dann alles in großen Töpfen lange gekocht und so die Feijoada „erfunden“.

Das Internet ist voll von diesen Geschichten, doch Wissenschaftler sind sich einig, diese Erzählungen haben mit der Realität nichts gemein. Die Tagesration eines Leibeigenen war extrem mager, denn noch so jedes Stückchen Land wurde für den exportorientierten Anbau der Monokulturen, vor allem für Kaffee und Zuckerrohr, genutzt. An der Ernährung von Sklaven wurde so extrem gespart, dass diese Menschen oft dem Hungertod geweiht waren.

Ein renommierter brasilianischer Historiker Luís da Câmara Cascudo behauptet in seinem Werk „História da alimentação no Brasil“, dass sich die Sklaven fast nur von Maniok (Grundnahrungsmittel vieler tropischer Länder; „Kartoffel der Tropen“) ernähren mussten bzw. konnten. An Leckerbissen wie zum Beispiel Schweineinnereien und sonstige Schlachtabfälle konnten die Sklaven nicht einmal träumen.

Vielmehr stammt das Rezept der Feijoada brasileira – Schwarze-Bohnen Eintopf von den europäischen Eintöpfen ab, die durch Portugiesen mit nach Südamerika gebracht wurde. Dort allerdings verwendete man regionale, typisch brasilianische Zutaten wie die schwarzen Bohnen, die das Gericht dann zu einem brasilianischen Nationalgericht gemacht haben. Die schwarzen Bohnen haben zweifelsfrei brasilianischen Ursprungs, bereits bei den einheimischen Indianer waren sie ein Grundnahrungsmittel und vorher in Europa nicht bekannt. Aber schon im 16. Jahrhundert wurden sie vom französischen Reisenden Jean de Léry und den portugiesischen Chronisten Pero de Magalhães Gândavo beschrieben. Heute sind die schwarzen Bohnen eine unverzichtbare Grundzutat einer Feijoada brasileira – Schwarze-Bohnen Eintopf.

Der erste schriftliche Hinweis ist aus dem Jahr 1833 unter dem Namen „feijoada à brasileira“ aus der Stadt Recife.

Bild zeigt: Feijoada brasileira – Schwarze-Bohnen Eintopf

Wissenswertes:

Die Feijoada (gespr. fäichuáde mit weichem ch) ein herzhafter Eintopf aus schwarzen Bohnen und gemischten Fleisch gilt als Nationalgericht in portugiesisch sprechenden Ländern wie Portugal, Brasilien, Angola, Mosambik und Macao.

Das große Brasilien hat eine vielseitige und grundverschiedene regionale Küche, doch ein Gericht eint seine Bewohner: Die Feijoada. Ein herzhafter Eintopf aus Bohnen, Wurst und Schweinefleisch, verfeinert mit Knoblauch, Lorbeer und regionalen Gewürzen.

Traditionell steht das Gericht – Feijoada brasileira – Schwarze-Bohnen Eintopf – heute noch zweimal die Woche auf dem Speiseplan jeden Brasilianers. Einmal Mittwoch in der einfachen Form Feijoada simples und einmal am Samstag als hausgemachtes Festessen Feijoada completa mit vielen Fleischsorten und Beilagen im Kreise der ganzen Familie. Als typische Beilagen sind Reis, Farofa (geröstetes und angemachtes Maniokmehl), Kohl und Orangen.

Feijoada brasileira – Schwarze-Bohnen Eintopf

Zutaten für 4 Portionen:

500 g getrocknete schwarze Bohnen, 350 g Trockenfleisch, 200 g Schweinefleisch (Bauch, Schulter) 200 g Lende, 200 g Chorizo, 150 g geräucherter Speck, 2 l Wasser, 1 Knoblauchzehe, 1 Lorbeerblatt, 1 EL Olivenöl, 1 große Zwiebel, etwas gehackte Zwiebel, Pfeffer, Salz

Zubereitung:

Vortag: Das Trockenfleisch wird gewaschen und am Vortag in Wasser eingeweicht (mehrfach das Wasser wechseln). Außerdem die schwarzen Bohnen am Vortag getrennt vom Fleisch in Wasser einweichen.

Am nächsten Tag werden die Bohnen (ohne das Einweichwasser) in einen Topf gegeben und mit ca. der 4-fachen Menge Wasser gekocht, bis sie weich sind. Achtung: sie dürfen aber nicht verkochen und allzu weich werden! Das eingelegte wie das frische Fleisch schneidet man in Streifen. In einem Topf wird das Fleisch dann gekocht, wobei das härtere Fleisch zuerst in den Topf gegeben wird, das weichere Fleisch später. So ergibt sich zum Beispiel: Das Trockenfleisch hat eine Kochzeit von etwa 20 Minuten und das frische Fleisch ca. 10 Minuten. Oftmals wird auch das trockene Fleisch zuerst einmal mit Wasser aufgekocht, das Wasser abgeschüttet und dann nochmal mit frischem Wasser zum Kochen gebracht. Dann aber die Fleischbrühe nicht wegschütten!

Anschließend in einer Pfanne mit dem Olivenöl die gehackte Zwiebel, die zerdrückte Knoblauchzehe und etwas Pfeffer in einer Pfanne anbraten. Dann das Lorbeerblatt und die gekochten Bohnen dazu geben. Dazu dann das fast fertig gekochte Fleisch und die in Stücke geschnittenen Würstchen. Mit der Fleisch-Brühe aufgießen und etwas gehackte Petersilie dazu. Mit Salz und Pfeffer würzen. Bei schwacher Hitze das Ganze ca. 30 – 45 Minuten kochen. Zwei Löffel der Bohnen noch mit der Gabel zerdrücken, damit der Eintopf etwas dicker wird. Eventuell nochmals etwas Brühe nachgießen, wenn zu viel Wasser verkocht ist.

Zur Beilage Reis kochen sowie in der Pfanne Knoblauch, Zwiebel und in Streifen geschnittenen Grünkohl anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen. Zusätzlich mit filetierten Orangen servieren.

2 Kommentare

  • Ich liebe das brasilianische Essen. Vor allem das Fingerfood. Die kleinen Teigtaschen mit Hähnchen, Coxinhas sind wirklich köstlich. Aber auch das Brasilianische Nationalgericht, die Feijoada hat es mir wirklich angetan. Ich kann es nur jedem empfehlen einmal zu probieren.

    Lg

    Joao

    • ELK-Admin

      Ja die brasilianische Küche hat sehr viele leckere Gerichte zu bieten. Die Feijoada wird sicherlich nicht das letzte Gericht aus diesem schönen Teil der Erde sein welches hier veröffentlicht wird. Vieleicht hast du ja das ein oder andere Rezept für mich das ich mal in meiner Küche zaubern kann 😉

      LG Linda

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