Mohnnudeln – Traditionell österreichisch

Mohnnudeln - Traditionell österreichisch

Ob als süßer Nachtisch oder als Hauptspeise, die Mohnnudeln sind immer eine Gaumenfreude der österreichischen  Mehlspeisküche. Dazu gibt es meistens ein selbstgemachtes Apfelmus.

Es ist wirklich nicht schwer, Mohnnudeln selbst zu machen. Die Basis besteht aus Erdäpfelteig: Aus Mehl, Erdäpfel (Kartoffel), Butter, Salz und Ei wird ein Teig geknetet. Anschließend geht es ans „Wuzeln“. Dafür nimmt man ein kleines Stückchen Teig und rollt (wuzelt) mit der Hand, auf der leicht bemehlten Tischoberfläche die Nudeln.

Waldviertler Graumohn

Der Mohnanbau im Waldviertel (Niederösterreich), zwischen Donau und tschechische Grenze, hat Tradition. Geschichtlich wie auch urkundlich belegt lässt sich sein Anbau viele Jahrhunderte zurück nachweisen und bis 1934 wurde er sogar an der Londoner Börse notiert. Nach dem Krieg verlor der Mohn leider seine wirtschaftliche Bedeutung, doch vor einigen Jahren wurde der Mohn oder wie man ihn im Waldviertel nennt „Mogn“, wiederentdeckt und erfolgreich rekultiviert.

Was zeichnet den Waldviertler Mohn aus: Nicht nur die wunderschönen rot gefärbten Felder, vor allem macht Mohn glücklich. Ursache dafür ist der enorm hohe Nährstoffgehalt. Er besteht zu 50% aus Öl, natürlich kaltgepresstes Mohnöl. Dies ist extrem gut zu Rohkost und hat einen besonders hohen Gehalt an ungesättigten Omega 6 und Omega 3 Fettsäuren. Ebenso enthält der Mohn auch 20% Eiweiß und eine Menge an Magnesium, Eisen, Calcium und Zink. Der Waldviertler Graumohn ist ebenso reich an Vitamin E und B1 sowie Aminosäuren. Genau deshalb wurde der Mohn schon in der Frühzeit als Medizin zur Aufhellung und gegen Schmerzen eingesetzt. Die Auswahl typischer Mohnschmankerl ist groß. Von der Waldviertler Mohntorte über den Röhrenstrudel oder Mohnzelten bis hin zu jener süßen Köstlichkeit aus Erdäpfelteig und geriebenem Graumohn.

Mohnnudeln eine Gaumenfreude der österreichischen  Mehlspeisküche.

Mohnnudeln - Traditionell österreichisch

Zutaten für 4 Portionen: 600g mehlige Erdäpfel, 200g griffiges Mehl, 4 Dotter, 40g zerlassene Butter, Salz, griffiges Mehl zum Ausarbeiten, 100g Butter, 120g gemahlenen Mohn, 4 Päckchen Vanillezucker, Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung: Erdäpfel kochen, schälen und noch warm zweimal durch die Erdäpfelpresse drücken. Warum 2mal: Der Teig wird dadurch besonders flaumig. Sofort mit Mehl, Dottern sowie Butter vermengen, mit Prise Salz würzen und rasch zu einem glatten Teig verkneten. Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu zwei Daumen dicke Rollen formen, etwa 1 1/2 cm lange Stücke abschneiden und diese mit der Hand zu Nudeln „wuzeln“.

Nudeln in kochendem Salzwasser zugedeckt bei geringer Hitze ca. 3-4 Minuten kochen lassen. Das Wasser darf während der ersten Minuten nicht kochen – sie würden sonst zerfallen! Vorsichtig mit einen Lochschöpfer aus dem Wasser heben, gut abtropfen lassen. Inzwischen Butter in er Pfanne aufschäumen lassen, Nudeln dazugeben, mit Mohn sowie Vanillezucker bestreuen und durchschwenken. Mit reichlich Staubzucker anrichten.

Noch einige nützliche Tipps, damit die Mohnnudeln die Form behalten und nicht zum „Mohngatsch“ werden:

Die Mohnnudeln eventuell mit brauner Butter beträufeln. Wichtig dabei: Zuckerstreuer zum Nachsüßen nicht vergessen!

Unbedingt noch vor dem Wuzeln aller Nudeln eine Probenudel kochen. Zerkocht diese oder ist die Nudel zu fest, dann sollte man dein Teig durch Einarbeiten von Mehl bzw. flüssiger Butter in die richtige Konsistenz bringen.

Nicht zu viele Nudeln auf einmal und zu lange kochen. Sonst fängt die Oberfläche der Nudeln an zu „zerkochen“ und wird matschig.

Wenn man die Nudeln aus dem Wasser hebt nicht alle auf einen Haufen geben, sondern möglichst eben zum Beispiel auf einen großen Teller geben.

Vor dem Schwenken in der Butter die Nudeln kurz auskühlen bzw. abtropfen lassen. Überflüssiges Wasser kann ablaufen und zermatscht die Nudeln nicht. Es reicht allemal wenn man die Nudeln abseiht und erst dann die Butter erhitzt.

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